Männertreff on Tour
Tagesausflug nach Diez, Limburg und Lahnstein
Unser Männertreff hat sich am 21. Mai bei gutem Wetter zu einem Tagesausflug nach Diez, Limburg und Lahnstein aufgemacht. In Diez an der Lahn hat uns Frau Stein durch das Schloss Oranienstein geführt. Das sehr gut erhaltene Schloss wurde 1672 bis 1681 auf den Ruinen des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Dierstein erbaut. Es gehörte bis 1815 den Grafen bzw. Fürsten von Nassau-Dietz, von denen das niederländische Königshaus abstammt.
Schloss Oranienstein ist eines von vier nach dem Hause Oranien benannten Schlössern in Deutschland. Sie wurden für vier Schwestern errichtet, die aus diesem Hause stammten. Schloss Oranienstein sollte als Witwensitz für die Diezer Gräfin Albertine Agnes von Oranien-Nassau dienen.
Das Schachbrettpflaster im Schlosshof diente ursprünglich auch dazu, dass die Gräfin von einem Balkon aus mit ihren als Schachfiguren verkleideten Bediensteten Schach spielen konnte, eine schon sehr befremdliche Vorstellung.
Ab 1801 nutzte dann Wilhelm V. von Oranien Oranienstein wieder als Residenz. Napoleon ließ 1811 die gesamte Ausstattung des Schlosses versteigern.
Nach dem Wiener Kongress fiel Oranienstein dem Herzogtum Nassau zu, kam 1866 mit dem Herzogtum in preußischen Besitz und diente bis zum 1. Weltkrieg als Kadettenanstalt.
Von 1934 bis 1945 wurde das Schloss als „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ verwendet und unterstand der SA.
1947 fiel Oranienstein an das neu gegründete Land Rheinland-Pfalz, das jedoch die erheblichen Kosten für die Kriegs- und Folgeschäden nicht aufbringen konnte. Es gelang dem damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier, den damaligen Bundesminister für Verteidigung Franz Josef Strauß für die Übernahme des Schlosses durch die Bundeswehr zu gewinnen.
Das Bundesministerium der Verteidigung veranlasste eine umfassende Renovierung und Restaurierung der wertvollen Stuckarbeiten und Deckengemälde. Seit der feierlichen Übergabe an die Bundeswehr am 23. Mai 1962 wird das Schloss bis heute als Bundeswehrstandort genutzt.
In der barocken Schlosskapelle konnten wir eine Andacht feiern und genossen ein kleines Orgelkonzert. Besonders beeindruckt hat uns im Museumsbereich aber eine Landkarte von 1730. Aus unserer näheren Umgebung waren nur zwei Orte eingetragen: Rheinböllen und Dichtelbach. Dies werten wir als einen weiteren Beweis für die große Bedeutung unserer Gemeinden auch in der damaligen Zeit. 😉
Neben den schönen Gebäuden hat uns hoch über der Lahn im Park eine 250 Jahre alte blühende Tulpen-Magnolie beein-druckt. Vor dem Hintergrund der niederlän-dischen Geschichte von Schloss Oranienstein, darf es wohl auch kein anderer Baum sein als ein Tulpenbaum.
Von Diez fuhren wir in das nur kurz entfernt liegende Limburg weiter. Ein ehemaliger Kollege von Friedhelm Klumb hat uns die Stadt und ihre schönen Ecken näher gebracht.
Nach einer Stärkung in einem der vielen Cafés in der historischen Fußgängerzone ging es auf den Domfelsen zum Limburger Schloss, gebaut auf dem 910 gegründeten Chorherrenstift St. Georg.
Natürlich dürfen bei einem Besuch in Limburg Dom und
Bischofssitz nicht fehlen. Allerdings haben wir keinen Blick ins berühmt gewordenen Interieur des aufwändig renovierten Bischofssitzes werfen können.
Über einen Zwischenhalt in einer Brauerei mit ausreichender Stärkung ging es gegen Abend wieder in den Hunsrück zurück.
Es hat allen gut gefallen und jeder hat die Gemeinschaft und die vielen Gesprächen genossen. Ein besonderer Dank geht an Friedhelm Klumb für die Idee zu diesem Ausflug und der sehr guten Organisation. Klaus Baumgartner








